Gesprochen in: Malta
Sprecher: 330.000
Maltesisch (maltesisch: Malti) gehört zum nordarabischen Zweig der semitischen Sprachen, einer Gruppe innerhalb der afro-asiatischen Sprachen.
Geschichte
Maltesisch ist aus dem maghrebinischen Arabisch entstanden, hat sich aber heute zu einer eigenständigen Sprache mit eigener Syntax und Phonologie entwickelt. Der Wortschatz ist stark vom Italienischen beeinflusst. Phönizisch-punische Wurzeln finden sich noch in einzelnen Ortsbezeichnungen. Wegen der rund 180-jährigen Phase ohne Besiedelung im 9./10. Jahrhundert ist jedoch keine Kontinuität der phönizisch-punischen Sprache zum Malti anzunehmen.
Während der arabischen Eroberung und Neubesiedlung ab 870 geht das Malti aus dem Arabischen hervor. Mit der Übernahme der Herrschaft durch den katholischen Johanniterorden 1530 wird Italienisch die dominierende Sprache. 1814 wird Malta britische Kronkolonie, Englisch wird Amtssprache, nur die Oberschicht spricht weiter Italienisch. 1914 führen die Engländer das lateinische Alphabet für das Malti ein, 1924 werden die ersten Rechtschreibregeln erlassen. 1934 wird Malti offiziell Koamtssprache neben dem Englischen, das Italienische verliert seine verfassungsgemäßen Vorrechte. Ohne den italienischen Faschismus und der damit verbundenen Gefahr einer Anbindung Maltas an Italien wäre die Geschichte des modernen Malti sicherlich anders verlaufen.
Maltesisch wird heute von 330.000 Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen die meisten auf Malta leben, wo es auch (neben Englisch) Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Maltesisch eine der Amtssprachen in der EU. Für viele der rund 1,5 Millionen maltesischen Auswanderer weltweit dient das Malti als Identifikationssymbol.
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