Übersetzer Ausbildung

In Deutschland gibt es u. a. die Studiengänge Diplom-Übersetzer und Diplom-Fachübersetzer, derzeit befindet sich die Ausbildung jedoch aufgrund des Bologna-Prozesses im Umbruch. Übersetzen kann an Universitäten und Fachhochschulen studiert werden. Quereinsteiger können auch unabhängig von einem bestimmten Ausbildungsgang den Abschluss „staatlich geprüfte/r Übersetzer/in“ bzw. „staatlich anerkannte/r Übersetzer/in“ (je nach Bundesland) erwerben. An der Universität Düsseldorf existiert der Diplom-Studiengang „Literaturübersetzen“. Ein weiterer akademischer Titel, der des „akademisch geprüften Übersetzers“ kann z. B. an den Universitäten Mainz-Germersheim und Heidelberg erworben werden.

In Bayern gibt es keine akademische Ausbildung, die zu einem Diplomtitel führt. Die Ausbildung erfolgt vielmehr an Fachakademien mit dem Ausbildungsziel „staatlich geprüfte/r Übersetzer/-in und Dolmetscher/-in“. Es existieren fünf derartige Fachakademien (in München zwei, nämlich das Fremdspracheninstitut der Landeshauptstadt München (FIM) und das Sprachen & Dolmetscher Institut München (SDI), ferner in Erlangen, Kempten und Würzburg). Das SDI bietet auch Aufbaustudiengänge für Software-Lokalisierung und Fach- sowie Konferenzdolmetschen.

In Österreich erfolgt die Übersetzer- und Dolmetscherausbildung am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien und an den entsprechenden Instituten der Universitäten Graz und Innsbruck.

Traditionell bietet der Berufsstand, also die Gruppe der tatsächlich in dem Beruf tätigen Übersetzerinnen und Übersetzer, hinsichtlich der genossenen Ausbildung ein hochgradig uneinheitliches Bild. Das liegt zum einen daran, dass sehr viele Quereinsteiger aus anderen Berufen zu dieser Tätigkeit wechseln. Schätzungen (Lebende Sprachen 2/2006) gehen davon aus, dass über die Hälfte der berufstätigen Übersetzer ursprünglich einen anderen Beruf gelernt haben. Zum anderen sind viele Übersetzer Ausländer, die nicht in ihrem Heimatland leben, weshalb auch sehr viele ausländische Bildungsabschlüsse unterschiedlichster Art anzutreffen sind. Ebenso spielt natürlich eine Rolle, dass die Berufsbezeichnung „Übersetzer(in)“ in vielen Ländern nicht geschützt ist und ohne weiteres von jedem angenommen werden kann.



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