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Die Kunst bei der Übersetzung ist die Lösung des Problems der „doppelten Bindung". Das Dilemma für den Übersetzer besteht darin, bei seiner Entscheidung zwischen Zieltextvarianten gleichzeitig eine Rückbindung an den ausgangssprachlichen Text zu erfüllen und gleichzeitig Verpflichtungen gegenüber dem Leser bei der Verfassung des zielsprachlichen Textes zu erfüllen.

Beispielsweise kann sich eine grammatische Struktur im Original als sehr charakteristisch für den Stil des Ausgangstextes und damit auch übersetzungsrelevant herausstellen, aber durch eine genaue Übertragung würde im Zieltext ein unnatürlicher Stil entstehen, der den Leser irritiert.

In den älteren Ansätzen herrscht noch die Auffassung vor, man müsse alle „Aspekte“ eines Ausgangstextes (z.B. die Übersetzung von Metaphern und Vergleichen, Hervorhebungsmuster und thematische Progression, Satzmuster, Sprachliche Varietäten (Dialekt, Soziolekt)) gleichermaßen berücksichtigen. Die neueren Ansätze betonen zwar teilweise auch noch das differenzierte Herausarbeiten von verschiedenen Übersetzungsaspekten. Es wird allerdings gefordert, dass diese hierarchisiert werden müssen, damit in der Übersetzung das zum Tragen kommt, worauf es in dieser Übersetzung auch ankommt.